Landtagswahlen Sachsen, Thüringen, Saarland und die SED redet wieder mit…

30. August 2009

….. und wo ist eigentlich der feine Herr Lafontaine – also bis eben (19.50 Uhr am Wahlabend) glänzt der große Linke mit kleinlicher Abwesenheit auf allen (!) Kanälen.

Die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und im Saarland sind nun also doch so ausgegangen, wie einige gehofft oder auch befürchtet haben – viele aber eben einfach erwartet haben:

Der Freistaat Sachsen ist eine stabile Burg. Ministerpräsident Tillich bleibt im Amt. Die FDP ist nach bisherigen Hochrechnungen stärker als die SPD. Die SPD ist in Sachsen nun nur noch viertstärkste Kraft – nach CDU, sog. Linkspartei und FDP.

In Thüringen und im Saarland hat die CDU dramatisch verloren, die sog. Linkspartei ist zweitstärkste Kraft und die SPD der kleine Dritte.

Und was lernt uns das? Was sind die Signale für die Bundestagswahl am 27. September??? – Das interpretiert nun jeder so, wie es ihm passt.

Einschub: Warum heißt es hier immer “sog. Linkspartei”? Ganz einfach und ganz klar: Weil hinter dem Schwindel-Etikett “Linkspartei” in ihrer Mitgliederstruktur immer noch in der absoluten Mehrheit die alten SED-Kader und auch deren Ideen und Überzeugungen stecken. Da ist es für mich egal, ob da nun SED, PDS oder Linkspartei draufsteht. Wer sich da mal intensiver mit beschäftigen möchte, der sollte mal den alten Lenin lesen, besonders was er zum Umgang mit demokratischen Strukturen und mit den Menschewiki (oder auch Menschiwiki – den Sozialdemokraten damals in Russland) Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben und gesagt hat. Das sollten vor allem mal die Strategen der aktuellen SPD lesen!!!!

Und dass das eben Geschilderte tatsächlich so ist, zeigt der Fakt, dass auf der Kandidatenliste der sog. Linkspartei in Thüringen immer noch zwei Stasi-Leute stehen und wohl auch wieder in den Landtag einziehen werden (und damit eine grandiose Rente bekommen werden, die wir als Steuerzahler alle bezahlen, aber uns selber in dieser Höhe nie erarbeiten können). Danke Herr Bodo Ramelow!

Apropos Ramelow – und damit noch mal zu dem oben Geschriebenen: Offensichtlich konnte die sog. Linkspartei in Thüringen keinen einheimischen Kandidaten finden, der vorzeigbar ist. Warum eigentlich??? Das werden doch wohl nicht alles nur alte Kader und Stasi-Leute sein – was “Freunde”….? – Jedenfalls musste es der Hesse Ramelow machen…. aha.

Und was passiert denn nun in Thüringen? Also der SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie ist für einen Sozialdemokraten – anders als Frau Ypsilanti – relativ standhaft in den ersten Statements nach der Wahl. Er vermeidet es zwar peinlich genau, zu sagen, dass er einen Ministerpräsidenten Ramelow nicht wählen wird, aber er sagt zumindest deutlich, dass nach der Wahl gilt, was er auch vor der Wahl gesagt hat. Und da hatte er wohl gesagt, dass er den Ramelow als MP nicht haben will – na geht doch!! – Aber der Ramelow selber ist ob dieser in allen TV-Runden nach der Wahl von Matschie wiederholten Aussage ganz schön angefasst: Mit hochrotem Kopf kommentiert er: “Dann ist die SPD politikunfähig!” – Wir lernen: Wenn das mit rot-rot-grün in Thüringen gehen soll, dann muss das wohl ohne den Ramelow gehen. Denn auch die Grünen wollen ihn nicht als MP. – Schade Herr Ramelow….. welche Kader haben wir denn dann noch? Fangt doch schon mal an zu suchen, Genossen….

Und dieses ganze rot-rot-grüne-Gequatsche an diesem Abend bringt den Kollegen Markwort zu der sehr sinnvollen Bemerkung: Mit den möglichen und vielleicht dann sogar entstehenden rot-roten Bündnissen auf Landesebene, bereite die SPD ein rot-rotes Bündnis auf Bundesebene vor…. – Da bekommt der Herr Müntefering doch gleich hektische Flecken und einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck und kontert noch in der gleichen Sendung heute Abend – wenige Sekunden später: “Stimmungsmache!” Es gebe einen eindeutigen Parteitagsbeschluss, dass es 2009 kein rot-rotes Bündnis im Bund geben werde. Aha!!!!! Also 2009 gibt es das nicht. 2009 nicht!!! Und 2010, oder 2011, oder 2012, oder später…..??? – Da liegt doch der Kollege Markwort goldrichtig mit seiner Bemerkung!!!!! – Also wehret den Anfängen!!!!!!!!!!

Und dann taucht der Herr Lafontaine doch noch auf – in der Tagesschau. Drunter macht es der feine Herr ja nicht. Aber so richtig glücklich sah er nicht aus. Auch sein so beliebter, arroganter Blick war gar nicht da…. Warum wohl? Weil er nun nicht wieder MP im Saarland wird und sich nun doch wieder mit den Niederungen der Parteiarbeit widmen muss und nicht wieder Sonnenkönig in Saarbrücken spielen kann auf seinem bescheidenen, einem Kommunistenführer angemessen, hochherrschaftlichen Landsitz? Oder weil der kleine Bodo Ramelow mehr Stimmen bekommen hat als er und nun der Bodo in Berlin größer gefeiert wird als der große Oskar…… das muss so einen wie den Oskar doch wirklich schmerzen……

Also Freunde: Am 27. September wählen gehen und das Kreuz an der richtigen Stelle machen!!!!!!

Herzlich

TM


Ulla Schmidt, Dienstwagen – die II.

10. August 2009

Liebe Ulla Schmidt – Sie sind wirklich die Größte! So ein kreativer Umgang mit Fakten – grandios!

Der Fachpresse des kleinen Steuerzahler-Mannes – also der Bild-Zeitung – entnehme ich, dass die Rutsche von Ihrem Dienstwagen nach Spanien jetzt plötzlich eine total private Fahrt war, die Sie natürlich ordnungsgemäß versteuern. (Außer 72 km – in Worten: Zweiundsiebzig!!!! – die dienstlich waren.) Aha. Na dann……. – dann ist doch alles in Ordnung und natürlich nach den Regeln. Dann kann der großartige Frank-Walter Sie ja nun beruhigt mit offenen Armen in sein Wahlkampfteam aufnehmen.

Und die böse, ungezogene Bild-Zeitung fragt heute doch allen Ernstes: “Wollen Sie uns verarschen, Frau Schmidt?” Ungehörig!!!! Klar hat die Sprecherin von Frau Minister noch am 26. Juli die rund 5.000 km lange Fahrt hin und zurück dienstlich begründet und behauptet: “Für private Termine am Urlaubsort nutzt sie einen Mietwagen.” (Gibt es dafür eigentlich eine Rechnung?) In die gleiche Kerbe – also Dienstfahrt – hat auch zwei Tage später noch Frau Ministers Staatssekretär gehauen und etwas holprig vorgerechnet, wie günstig die Fahrt doch war, hat nur rund 3.200 Euro gekostet…. – Na gut – heute soll das also alles nicht mehr wahr sein ….. Aber Frau Minister hat ja auch nie gesagt, es war eine Dienstfahrt – das war ja ihre Sprecherin und ihr Staatssekretär – die Bösen, die….

Also mal in Ernst Frau Minister: Entweder plappern Ihre Sprecherin und Ihr Staatssekretär ohne vorherige Abstimmung mit Ihnen irgendwelchen Unsinn – dann gehören beide sofort fristlos entlassen. Oder beide haben die Wahrheit gesagt, die nun nach der öffentlichen Aufregung von Ihnen etwas zurechtgebogen wurde – also die Wahrheit…. Und aus der Dienstfahrt wurde –  nach kreativem Umgang mit der Wahrheit – ganz plötzlich eine private Fahrt in den Urlaub. Dann allerdings – liebe Ulla Schmidt – dann gehören Sie über all hin – nur nicht in eine Bundesregierung. Viel Erfolg also Frank-Walter und der SPD!!

Also ich bin schwer enttäuscht von Ulla Schmidt! Sie war doch immer die erste, die den Finger gehoben hat, wenn die so “raffgierigen Ärzte” irgendwas zu mauscheln schienen….. Und genau diese Sauberfrau zeigt hier einen so “sauberen” Umgang mit der Wahrheit.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass Frau Ulla hier einige handwerkliche Schwächen gezeigt hat. Und wenn das schon bei einer solchen (eigentlichen) Kleinigkeit der Fall ist, wie ist das dann bei größeren und wirklich wichtigen Sachen wie der Gesundheitsreform??? Ich will gar nicht weiter denken – mir wird schlecht!!!

Und nur mal noch eine Frage: War nicht auch noch eine sehr enge Mitarbeiterin von Frau Minister mit auf der Dienst-…eh – Urlaubsreise??? Ja, was nu??? War das für die Mitarbeiterin nu Dienst oder Urlaub???

Und auch nur mal so: Wenn ein Arzt jetzt nach Spanien in den Urlaub fährt und dort am Strand einem “schwer verletzten” Kind ein Pflaster auf die blutende Wunde klebt, gilt das dann vor der Steuer eigentlich als Dienstreise??????

In diesem Sinne freue ich mich auf weitere heitere Geschichten aus dem Wahlkampfteam der SPD! Ihr seid die wirkliche Arbeiterpartei, die Deutschland gerade jetzt in schwierigen Krisenzeiten dringend in der Regierung braucht – ehrlich, sparsam und nicht abgehoben! – Toll!

Herzlich – Ihr TM


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.